PFAS im Trinkwasser: Was wir wissen und wie Filter helfen
PFAS gelten als Ewigkeitschemikalien. Wo sie herkommen, welche Grenzwerte gelten und welche Wasserfilter PFAS aus dem Leitungswasser entfernen können.
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, kurz PFAS, sind eine Gruppe von rund 10.000 Industriechemikalien. Sie werden seit den 1940er Jahren in Beschichtungen, Schaum, Verpackungen und Textilien eingesetzt und reichern sich in Böden, Gewässern und im menschlichen Körper an.
Warum sind PFAS ein Problem?
PFAS werden in der Natur kaum abgebaut, deshalb der Beiname Ewigkeitschemikalien. Studien verbinden bestimmte PFAS-Untergruppen mit Schilddrüsenerkrankungen, erhöhten Cholesterinwerten, eingeschränktem Impfschutz bei Kindern sowie bestimmten Krebsarten.
Wie kommen PFAS ins Trinkwasser?
- Eintrag aus Industriestandorten und Deponien
- Klärschlamm und Düngung
- Brandbekämpfung mit Schaumlöschmitteln (typisch an Flughäfen und Militärbasen)
Grenzwerte in Europa
Die EU-Trinkwasserrichtlinie verlangt ab 2026 einen Summenwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter für 20 ausgewählte PFAS. Einzelne Länder wie Dänemark gehen strenger vor.
Welche Filter entfernen PFAS?
- Aktivkohle-Blockfilter (NSF/ANSI 53 mit ausgewiesener PFOA/PFOS-Reduktion): wirksam für kurzkettige und langkettige PFAS, regelmäßig wechseln
- Umkehrosmose: entfernt zuverlässig praktisch alle PFAS-Varianten
- Ionenaustauscher: spezielle Harze, eher in Großanlagen
Einfache Krug-Filter ohne Zertifizierung reichen nicht aus.
Was tun bei Verdacht?
Fragen Sie beim Versorger nach aktuellen Messwerten oder prüfen Sie die jährliche Trinkwasseranalyse. Bei Auffälligkeiten lohnt sich eine eigene Laboranalyse für rund 80 Euro.
